Baustart in Heilbronn: WOLFF & MÜLLER baut Neckartalstraße aus und realisiert ersten Bauabschnitt der Nordumfahrung
Das Großprojekt entlastet künftig gleich zwei Stadtteile und bindet den KI-Innovationspark IPAI optimal an das Hauptverkehrsnetz an.
Februar 2026 – In Heilbronn haben die Bauarbeiten für eines der größten Straßenbauprojekte der vergangenen Jahrzehnte begonnen: Im Auftrag der Stadt Heilbronn baut WOLFF & MÜLLER einen Abschnitt der Neckartalstraße vierstreifig aus. Zugleich realisiert das Familienunternehmen den ersten Bauabschnitt der Nordumfahrung. Deren Aufgabe wird es sein, die Stadtteile Neckargartach und Frankenbach vom Durchgangsverkehr zu entlasten, das Industriegebiet Neckarau und den Industriepark Böllinger Höfe besser zu erschließen und den aktuell im Bau befindlichen KI-Innovationspark IPAI an das Straßennetz anzubinden.
Für das Projekt bilden mehrere Unternehmen der WOLFF & MÜLLER Gruppe eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE). Zu dieser gehören die WOLFF & MÜLLER Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG, die WOLFF & MÜLLER Ingenieurbau GmbH und die PST Spezialtiefbau Süd GmbH. Ein weiteres Unternehmen, an dem WOLFF & MÜLER beteiligt ist – die Häring Spezialtiefbau GmbH & Co. KG –, wirkt ebenfalls mit und erbringt Spundwandarbeiten. Gemäß dem Bauplan soll die Erschließung des Innovationsparks Künstliche Intelligenz IPAI im Juni 2027 erreicht werden, ein Jahr später soll die Verkehrsfreigabe des gesamten ersten Bauabschnitts der Nordumfahrung erfolgen. Im Anschluss wird die Stadt Heilbronn den zweiten und dritten Bauabschnitt der Nordumfahrung umsetzen – entlang des Industrieparks Böllinger Höfe bis zur L 533 (früher B 39).
Von Tief- und Straßenbau über Ingenieurbau bis Spezialtiefbau
WOLFF & MÜLER richtet das Baustellenbüro des Projekts auf einer freien Fläche zwischen der Wimpfener und der Böllinger Straße ein. Im Laufe des Projektes erbringt die ARGE – zum Teil parallel – eine Vielzahl von Leistungen: Sie erweitert einen rund 1.400 Meter langen Teil der bestehenden Neckartalstraße auf je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung und realisiert die Anschlussstellen zur Nordumfahrung. Zudem entsteht der östliche, rund 1.500 Meter lange Teil der Nordumfahrung. Dieser führt von der Neckartalstraße zum Industriepark Böllinger Höfe und überwindet rund 66 Höhenmeter.
Im freien Gelände werden zudem zwei neue Brücken errichtet: Die 90 Meter lange Wächtelestalbrücke wird Teil der Nordumfahrung und überspannt den namensgebenden Wächtelesgraben. Die Feldwegbrücke Am Näpfle überspannt die Nordumfahrung und dient der Rad- und Fußweg-Anbindung an das IPAI-Gelände sowie der Landwirtschaft. Im Auftrag der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn baut WOLFF & MÜLLER zwischen der Böllinger Straße und der Wimpfener Straße ein Regenüberlaufbecken – mithilfe von überschnittenen Bohrpfählen und in Betonbauweise. Schließlich realisiert das Familienunternehmen noch den vierspurigen Ersatzneubau einer bestehenden Fuß- und Radwegunterführung. Die PST Spezialtiefbau Süd GmbH erbringt für sämtliche Bauwerke die Gründungs- und Spezialtiefbau-Arbeiten.
Drohnenvermessung, vernetzte Baumaschinen und BIM
Wie umfangreich das Projekt ist, zeigen folgende Zahlen: WOLFF & MÜLLER bewegt insgesamt rund 150.000 Kubikmeter Erde. Dabei verbaut das Unternehmen rund 35.000 Tonnen Asphalt und rund 80.000 Tonnen mineralische Schüttgüter. „Die größte Herausforderung besteht darin, dass wir die Neckartalstraße, eine der wichtigsten Zu- und Ausfahrtstraßen Heilbronns, im laufenden Betrieb ausbauen. Sie ist in 13 Bauabschnitte unterteilt. Wir koordinieren diese so, dass der Verkehr während der gesamten Bauzeit weiterfließen kann“, sagt Andreas Zumbach, Oberbauleiter bei der WOLFF & MÜLLER Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG, Niederlassung Künzelsau.
Die Ingenieurbauwerke sind technisch herausfordernd: Die Stützen der Wächtelestalbrücke werden in hochfestem Stahl ausgeführt und mithilfe von Federlamellen in den Beton des Überbaus eingebunden. Die Feldwegbrücke wird vor Ort senkrecht zur Endlage vorgefertigt und mit zwei Autokränen – im sogenannten Tandemhubverfahren – in ihre endgültige Position eingehoben. „Weil wir mehrere Bauwerke parallel herstellen, sind Terminplanung, Schnittstellenmanagement und Bauabläufe anspruchsvoll“, sagt Louisa Lipski, Bauleiterin bei der WOLFF & MÜLLER Ingenieurbau GmbH, Niederlassung Brückenbau.
Um das komplexe Projekt präzise und effizient zu meistern, nutzt die ARGE eine Reihe digitaler Tools. Zum Beispiel wird das Gelände regelmäßig von Vermessungsdrohnen überflogen, um die bewegten Erdmassen zu ermitteln und den Bauablauf zu dokumentieren. GPS-gesteuerte Bagger nutzen eine satellitenbasierte Positionierung für präzises Arbeiten. Die Ingenieurbauwerke werden mithilfe von Building Information Management (BIM) erstellt; die Baustellenmanagement-Plattform Dalux sorgt für einen koordinierten Informationsfluss und eine strukturierte Abwicklung. Zur effizienten Umsetzung des Projekts kommen Methoden aus dem Lean Management zum Einsatz.
Bewährter Baupartner der Stadt
WOLFF & MÜLLER hat in Heilbronn und Umgebung schon viele Bauprojekte für die öffentliche Hand realisiert. Zum Beispiel hat das Unternehmen einen Großteil der Erd- und Straßenbauarbeiten für die Bundesgartenschau (BUGA) 2019 erbracht – auch für die beiden Seen, den Karlssee und der Floßhafen. Weitere Referenzen sind der Verkehrsknoten Füger- und Weipertstraße, mehrere Erschließungsprojekte, diverse Radwege und die Baustraße zum IPAI.
Mehr Informationen zum Projekt unter:
https://www.heilbronn.de/bauen-wohnen/baustellen-im-stadtgebiet/bau-nordumfahrung-ausbau-neckartalstrasse.html