Strategie 2030: der gemeinsame Plan, um in den nächsten Jahren zu wachsen
Manchmal beginnt die Zukunft mit einem Graben. Einer offenen Furche, die sich durch Heidelberg zieht, während Facharbeiter Rohr um Rohr in den Boden legen. Später wird hier wieder Asphalt liegen, es werden Busse fahren, Menschen werden hier einkaufen. Was man dann nicht mehr sieht: Durch genau diese Leitungen kommt Wärme aus umweltfreundlichen Quellen in die Wohnzimmer der Stadt – ohne sie bleibt Heidelbergs Weg zur Klimaneutralität Theorie.
Ein paar Hundert Kilometer weiter, in Sachsen-Anhalt, ein ähnliches Bild: Graben, Bagger, Kabelschutzrohre. Hier entsteht der SuedOstLink, eine unterirdische Stromautobahn, die Windenergie aus dem Norden in den Süden bringt. Zwei WOLFF & MÜLLER Projekte an verschiedenen Orten, und mit beiden wird zukünftig CO₂ gespart. Willkommen im Zeitalter der Dekarbonisierung, einem Kernstück des Megatrends Ökointelligenz. Das Zukunftsinstitut beschreibt ihn als „Weiterentwicklung des ökologischen Denkens hin zu einem ganzheitlichen Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur".
Lawinen in Zeitlupe – und eine Antwort darauf
Was Zukunftsforscher Megatrends nennen, sind globale Veränderungen, die sich über Jahre hinweg durchsetzen. Sie formen, wie wir leben, arbeiten, wohnen und unterwegs sind – und damit auch, was und wie gebaut wird. Ein Unternehmen wie WOLFF & MÜLLER braucht dafür feine Antennen. „Bauen ist unverzichtbar, um Lösungen für zukünftige Entwicklungen zu schaffen. Hier steckt ein Riesenpotenzial für unser Familienunternehmen“, sagt Dr. Albert Dürr.
Genau hier setzte die Unternehmensgruppe an: Sie analysierte, wie sich Markt, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik, Umwelt und Recht entwickeln – und leitete daraus Zukunftsthesen für die Bauwirtschaft und für WOLFF & MÜLLER ab. Auf ihnen basiert die Strategie 2030: der gemeinsame Plan, um in den nächsten Jahren zu wachsen. Ziel ist, das Richtige zu bauen – das, was langfristig gebraucht wird und das Leben der Menschen verbessert.
Auf ein Ziel hinarbeiten
Die Strategie 2030 steht nicht für sich allein. Sie ist in die strategische Pyramide von WOLFF & MÜLLER eingebettet, die vom obersten Unternehmensziel – nachhaltig Gewinne erwirtschaften – bis zu Entwicklungs- und Bauprojekten in den Gesellschaften reicht. Wirksam wird sie, wenn jeder Bereich weiß, worauf er hinarbeitet: wenn der Vertrieb die richtigen Projekte akquiriert, heute schon Mitarbeitende für Geschäftsfelder von morgen eingestellt werden und in Kompetenzen investiert wird, die übermorgen entscheidend sind. Wie dieses Hinarbeiten aussieht und welche Ziele bereits erreicht wurden, zeigen drei Schauplätze.

Die zweite Karriere der Gebäude
Im Hoch‑ und Industriebau spielt die Musik im Bestand. In dicht besiedelten Städten mit großem Gebäudebestand – geprägt von Urbanisierung und Ökointelligenz – wird Abriss immer seltener. Gefragt ist das Um- und Weiterbauen. WOLFF & MÜLLER stärkt dafür das Geschäftsfeld Bauen im Bestand; aus der Zweigniederlassung Partnering wurde die Zweigniederlassung Bauen im Bestand, die das Thema zusammen mit der Niederlassung Dresden vorantreibt. Ein Großprojekt in Stuttgart ist in Aussicht, bei dem ein ganzes Areal energetisch und funktional in die Zukunft geholt werden soll. Parallel gewinnt das serielle Bauen an Fahrt – sichtbar etwa an Projekten wie der Landesbaudirektion in Ebern oder dem Wohnprojekt mit ALDI‑Filiale in Mannheim. Hier entstehen Bausteine für eine Stadt, die sich im Inneren verändert, statt nur nach außen zu wachsen.
Zukunft unter Feldern und Asphalt
Im Tief‑ und Straßenbau trifft ein langjähriger Investitionsstau auf Energiewende und Glasfaserausbau, getrieben von Mobilität, Konnektivität und Neo‑Ökologie. Hier setzt WOLFF & MÜLLER mit dem Geschäftsfeld Unterirdische Infrastruktur an: Die eingangs erwähnten Projekte – Fernwärme in Heidelberg, SuedOstLink in Sachsen Anhalt – stehen für genau diesen Markt. Gleichzeitig rückt die schienengebundene Infrastruktur in den Fokus. Mit Projekten wie den Außenanlagen im ICE‑Werk Dortmund Hafen zeigt der TSB, dass er entlang der Gleise auf einem weiteren Zukunftsfeld unterwegs ist.

Sauberes Wasser, saubere Energie
Auch der Ingenieurbau etabliert sich immer stärker als Partner der Deutschen Bahn – etwa mit der Straßen‑ und Eisenbahnüberführung Herrenbach auf der Neu‑ und Ausbaustrecke Karlsruhe–Basel. Ebenso im Blick: Klärwerke und Energieanlagen. Die Megatrends Ökointelligenz und Gesundheit schlagen hier direkt durch. Weil klassische Klärtechnik für Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände, Antibiotika oder Chemikalien nicht ausreicht, brauchen viele Anlagen eine vierte Reinigungsstufe, gefördert durch das Umweltministerium. Gleichzeitig werden Kraft‑ und Stahlwerke für klimafreundlichere Brennstoffe umgebaut. Die Sparte wächst deshalb im Segment Ver‑ und Entsorgungsanlagen – mit Projekten wie der Fuel-Switch‑Anlage in Altbach, „grünem“ Stahl für die Dillinger Hütte oder der Erweiterung mehrerer Klärwerke. Hier werden neue Vorgaben in Beton, Stahl und Technik gegossen – ein weiteres Stück Strategie 2030, das bereits Realität ist.
Auf die nächsten 90 Jahre
Die Strategie 2030 gilt nicht nur für die Baugesellschaften; auch die Geschäftsfelder Baustoffe und Dienstleistungen sind auf Wachstum ausgerichtet und haben Megatrends im Blick. Die WOLFF & MÜLLER Quarzsande setzt auf einen doppelten Ansatz – mehr Reichweite im Kerngeschäft über den digitalen Vertrieb mit eigenem Online‑Shop und den Einstieg in neue Anwendungen wie den 3D‑Sanddruck. Die WOLFF & MÜLLER Einkaufspartner sind mit ihren Angeboten im Bereich ESG-Beratung mittendrin im Megatrend Ökointelligenz. Die WOLFF & MÜLLER Immobilien‑Service optimiert für ihre Kunden den Gebäudebetrieb und baut Geschäftsräume im Bestand aus, die WOLFF & MÜLLER Personalentwicklung digitalisiert Personalprozesse und begleitet Unternehmen bei der Umstellung auf New Work. Mit einer eigenen Tochtergesellschaft, der MORGENbau, fördert sie vielversprechende Start-ups im Bereich des Bauwesens und der Immobilienwirtschaft.
So entsteht rund um die Baustellen ein Netz aus Leistungen, Projekten und Ideen. Es sorgt dafür, dass WOLFF & MÜLLER auch in den nächsten Jahren das tun kann, was das Unternehmen seit 90 Jahren auszeichnet: bauen, was gebraucht wird – und damit ein Stück Zukunft mitgestalten.
Das könnte Sie auch interessieren

Vom Fremden zum Freund
Von Gastarbeitern zum Team aus 49 Nationen: wie Vielfalt bei WOLFF & MÜLLER gewachsen ist – und heute Baustellen und Büros prägt.

Pioniere im Wüstensand
Vor etwa 50 Jahren startete WOLFF & MÜLLER ein großes Abenteuer: Bauprojekte im Nahen Osten und in Westafrika.

Fix und fertig
Warum Vorfertigung schon seit den 1960er Jahren zu WOLFF & MÜLLER gehört und welche Chancen sie für die Zukunft bringt.

Projekt für Projekt
Vom Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen – wie WOLFF & MÜLLER mit seinen Aufgaben wuchs.

Früher und heute
Drei Generationen, ein Unternehmen: eine Reise durch die Geschichte von WOLFF & MÜLLER mit der Familie Beyer.

Alles Gute, WOLFF & MÜLLER!
In neun Jahrzehnten hat sich viel verändert. Familienunternehmen, Werte und Verantwortung sind geblieben.
