Kann ein achtgeschossiges Bürogebäude in nur anderthalb Jahren gebaut werden? Die Geschäftsstelle Frankfurt des Bauunternehmens WOLFF & MÜLLER hat es bewiesen.
Im April 2023 hatte das Team mit den Bauarbeiten für das Amelias Parkoffice begonnen. Im November 2024 wurde der Neubau schlüsselfertig an den Bauherrn, die OFB Projektentwicklung, überreicht. Für WOLFF & MÜLLER ist das Projekt auch insofern besonders, als die Geschäftsstelle Frankfurt gleich nach der Fertigstellung selbst in den Neubau eingezogen ist. Was zeichnet das Gebäude aus – und welche Herausforderungen galt es beim Bau zu meistern?
Doppelt ausgezeichnet
Das Amelias Parkoffice liegt zentral in Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen, nur zwei Gehminuten von der S-Bahn entfernt. Insgesamt verfügt das Objekt in der Amelia-Mary-Earhart-Straße 12 über eine Mietfläche von rund 5.300 Quadratmetern, verteilt auf sieben Etagen. Hinzu kommt das Untergeschoss, das als Tiefgarage dient. Das Gebäude sticht durch seine markante Architektur, entworfen von Mäckler Architekten, und die besondere Klinkerfassade mit Wärmedämmverbundsystem heraus. Im Inneren bietet es moderne offene Arbeitsbereiche auf großzügig gestalteten Flächen, perfekt für New-Work-Konzepte und Open-Space-Büros.
Auffällig ist der hohe Anspruch an Nachhaltigkeit und digitale Infrastruktur. Das Bürogebäude ist doppelt ausgezeichnet. LEED Platin, die höchste Auszeichnung des US Green Building Council, würdigt insbesondere die hervorragende Energieeffizienz, den nachhaltigen Betrieb des Gebäudes und den hohen Grünflächenanteil auf Dach- und Außenanlagen. WiredScore Platin bescheinigt dem Gebäude eine außergewöhnlich robuste digitale Infrastruktur, vielfältige Konnektivitätsoptionen und umfassende Ausfallsicherheit, inklusive spezieller Schutzmaßnahmen gegen Wettereinflüsse wie Starkregen. Mieter des Bürogebäudes sind unter anderem der ZVEI e. V., WOLFF & MÜLLER und die Vereinigung Cockpit e. V.

Diverse Herausforderungen
Für WOLFF & MÜLLER als Bauunternehmen war nicht nur der ambitionierte Zeitplan herausfordernd, sondern auch die beengten Platzverhältnisse und das schlauchartige Baufeld. Die beiden Baukräne mussten immer aufeinander abgestimmt werden – der zweite Kran war nur mithilfe des ersten Krans nutzbar. Die Baustelle ließ sich nur über eine einspurige Einbahnstraße andienen. Wegen der Grenzbebauung arbeitete das Bauteam teilweise mit einhäuptiger Schalung. Der Anschluss an die Schmutzwasserleitung erforderte den Bau eines Tunnels in Stollenbauweise unter der Straße zur gegenüberliegenden Seite.
Da an den Bestand gebaut wurde, erfolgt die Zufahrt zur Tiefgarage über eine bestehende Tiefgarage des Nachbargrundstücks. Der Aufwand für Genehmigungen war vergleichsweise hoch, da diese mehrere Stationen – Bauherr, Grundstückseigentümer Gateway Gardens und Straßenverkehrsbehörde – durchlaufen mussten. Weitere Herausforderungen waren die anspruchsvolle Gebäudetechnik mit Kühldecken sowie die komplexe Fassadengestaltung mit Kastenfenstern und Prallscheiben.
Bauen mit BIM und Lean Construction
Building Information Management (BIM) und Lean Construction unterstützten das Projektteam dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Den Rohbau modellierte WOLFF & MÜLLER nach, um auf dieser Basis unter anderem die Massenprüfung und Schalungsplanung zu erstellen. Um die Gewerke auf der Baustelle zu koordinieren, wurde das Last Planner System – ein Anwendungsfall aus dem Lean-Methodenbaukasten – eingesetzt. Es bindet alle Baupartner aktiv in die Terminplanung ein, indem sie ihre Aufgaben selbst planen und Zusagen machen. All das trug zur Qualität und Terminsicherheit des Bauprojektes bei – die OFB Projektentwicklung konnte das Amelias Parkoffice Ende November 2024 termingerecht an die Mieter übergeben.
Titelbild: Urheber: Klaus Helbig, Bildquelle: OFB Projektentwicklung
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